LIPÖDEM
Liposuktion bei Lipödem
Wenn Beschwerden beginnen, den Alltag zu bestimmen
Eine Liposuktion kann Schmerzen reduzieren, die körperliche Belastbarkeit verbessern und gleichzeitig die krankheitstypischen Proportionen verändern.
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Operative Lipödembehandlung seit 2015 · Operateur der LIPLEG-Studie

Wenn die Beine zu Blei werden
Viele Patientinnen kennen dieses Gefühl schon seit Jahren: Im Laufe des Tages werden die Beine zunehmend schwer, beginnen zu spannen und fühlen sich irgendwann an wie Blei. Was morgens noch selbstverständlich war, kann am Abend deutlich anstrengender werden.
Schon geringer Druck auf das Gewebe kann unangenehm oder schmerzhaft sein. Ein langer Tag auf den Beinen, eine Wanderung oder ein ausgedehnter Stadtbummel können noch Stunden später spürbar sein - manchmal bis zum nächsten Tag.
Gleichzeitig erleben viele Patientinnen, dass sich ihre Körperproportionen bereits seit der Pubertät oder dem frühen Erwachsenenalter deutlich verändern. Beine oder Arme wirken zunehmend kräftiger als der übrige Körper und können sich dadurch irgendwann fast fremd anfühlen - als würden sie nicht richtig zum eigenen Körper gehören.
Wenn Beschwerden und Schweregefühl zunehmen, verändert sich oft auch der Umgang mit Belastung. Aktivitäten werden bewusster geplant, Pausen wichtiger und manche Dinge zunehmend danach entschieden, wie sich die Beine anschließend anfühlen werden.
So kann ein Lipödem nach und nach nicht nur die Körperform, sondern auch den Alltag beeinflussen.
Was ist ein Lipödem?
Ein Lipödem ist eine schmerzhafte, symmetrische Fettverteilungsstörung, die überwiegend die Beine und bei einem Teil der Patientinnen auch die Arme betrifft.
Charakteristisch ist eine disproportionale Fettverteilung zwischen Extremitäten und Körperstamm. Hände und Füße bleiben typischerweise ausgespart.
Viele Patientinnen berichten zusätzlich über eine ausgeprägte Neigung zu blauen Flecken.
Finden Sie sich in diesen Beschwerden wieder?
Wenn Ihnen diese Veränderungen und Beschwerden bekannt vorkommen, kann ein Lipödem eine mögliche Erklärung sein.
Eine gezielte ärztliche Untersuchung kann Klarheit schaffen und zeigen, welche Behandlungsmöglichkeiten für Sie infrage kommen.
Wann ist eine Liposuktion sinnvoll?
Die Liposuktion ist heute ein zentraler Bestandteil der Behandlung eines symptomatischen Lipödems.
Sie kommt insbesondere dann infrage, wenn Schmerzen, Schweregefühl oder körperliche Einschränkungen das tägliche Leben relevant beeinflussen und nichtoperative Möglichkeiten keine ausreichende Entlastung schaffen.
Im Beratungsgespräch geht es deshalb nicht nur um die Diagnose.
Wir erstellen einen Behandlungsplan, der zu Ihnen und Ihren persönlichen Zielen passt.
Was kann eine Liposuktion verändern?
Schmerzen reduzieren
Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schweregefühl können sich durch die Behandlung deutlich verbessern.
Belastbarkeit zurückgewinnen
Wenn die Beine weniger Beschwerden verursachen, können Bewegung, längere Belastungen und alltägliche Aktivitäten wieder leichter werden.
Körperproportionen verändern
Die Reduktion des betroffenen Fettgewebes verändert gleichzeitig die Form von Beinen oder Armen und kann die Proportionen zwischen Extremitäten und Körperstamm deutlich harmonisieren.
Lebensqualität verbessern
Wenn Schmerzen weniger werden und körperliche Belastungen wieder selbstverständlicher möglich sind, kann sich die Behandlung auf viele Bereiche des täglichen Lebens positiv auswirken.
Eine Behandlung, die zu Ihrem Körper passt
Es gibt nicht die eine Lipödemoperation.
Manche Patientinnen wünschen sich vor allem eine möglichst deutliche Reduktion ihrer Beschwerden. Andere möchten gleichzeitig eine ausgeprägte Disproportion verändern. Für viele ist beides wichtig.
Deshalb wird das Therapieziel individuell festgelegt.
Das Fettgewebe wird gewebs- und lymphschonend und an die jeweilige Körperregion angepasst ausgedünnt. Dadurch sollen harmonische Übergänge entstehen und gleichzeitig gute Voraussetzungen für eine gleichmäßige Rückbildung von Haut und Gewebe geschaffen werden.
Wie viele Eingriffe sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Ausgangsbefund, der notwendigen Volumenreduktion, der Hautqualität, der Erholung zwischen den Eingriffen und den persönlichen Zielen ab.
Hautqualität von Anfang an beachten
Mit der Reduktion des Fettvolumens verändert sich auch die Belastung der Haut.
Wie gut sich Haut und Gewebe an die neue Körperform anpassen, hängt wesentlich von der individuellen Hautqualität und dem Ausgangsbefund ab.
Zeigt sich bereits vor der Operation ein deutlicher Elastizitätsverlust, können ergänzende Verfahren wie Radiofrequenz von Beginn an in die Behandlung einbezogen werden.
Bei ausgeprägtem Hautüberschuss kann später zusätzlich eine Straffungsoperation sinnvoll sein.
Deshalb betrachten wir nicht nur die einzelne Liposuktion, sondern - wenn erforderlich - den gesamten Behandlungsweg.
LIPLEG - starke Evidenz für die Liposuktion
Mit der LIPLEG-Studie wurde die Liposuktion beim Lipödem erstmals in einer großen randomisierten Studie direkt mit einer fortgeführten konservativen Behandlung verglichen.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Vorteile der Liposuktion insbesondere bei Schmerzen und Funktion und haben die wissenschaftliche Grundlage der operativen Lipödembehandlung wesentlich gestärkt.
Dr. Heuft war Operateur der LIPLEG-Studie.
Seine operative Erfahrung in der Behandlung des Lipödems reicht bis 2015 zurück und verbindet heute die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Lipödemchirurgie mit den Prinzipien der Plastischen Chirurgie: Funktion verbessern, Proportionen respektieren und jede Behandlung individuell planen.

Liposuktion als Kassenleistung
Unsere Klinik bietet die Liposuktion bei Lipödem in allen Stadien für Patientinnen aller Kassen an.
Welche Voraussetzungen für eine Kostenübernahme erfüllt sein müssen und wie der Weg zur Behandlung aussieht, haben wir für Sie übersichtlich zusammengestellt.
Häufige Fragen zum Lipödem
Woran merke ich, ob ich ein Lipödem haben könnte?
Typisch für ein Lipödem ist eine symmetrische, disproportionale Fettverteilung an den Beinen und bei einem Teil der Patientinnen auch an den Armen. Häufig bestehen gleichzeitig Schmerzen oder eine ausgeprägte Druckempfindlichkeit. Hände und Füße bleiben typischerweise ausgespart.
Zusätzlich können Schwere- oder Spannungsgefühl und eine deutliche Neigung zu blauen Flecken auftreten.
Nicht jedes einzelne dieser Merkmale bedeutet automatisch, dass ein Lipödem vorliegt. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Dabei ist auch wichtig zu prüfen, ob andere Ursachen die Beschwerden erklären oder zusätzlich eine Rolle spielen.
Lipödem-Check
Mit wenigen Fragen können Sie typische Merkmale eines Lipödems für sich einordnen.
Der Check dient nur zur Orientierung. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung und stellt keine Diagnose.
Wird das Lipödem immer schlimmer?
Nein. Der Verlauf eines Lipödems ist individuell und eine kontinuierliche Verschlechterung ist keineswegs zwangsläufig.
In einer prospektiven Untersuchung über durchschnittlich knapp fünf Jahre blieben die Beinvolumina bei rund zwei Dritteln der Patientinnen stabil. Veränderungen des Beinvolumens waren dabei unter anderem mit Veränderungen des Körpergewichts und der Körperfettverteilung verbunden.
Die Entscheidung für oder gegen eine Operation sollte deshalb nicht allein aus der Sorge entstehen, dass das Lipödem zwangsläufig immer weiter fortschreiten wird.
Kann ich mit Lipödem überhaupt abnehmen?
Ja. Auch bei einem Lipödem kann durch eine Gewichtsabnahme Fettgewebe an den Beinen reduziert werden.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass bei Patientinnen mit Lipödem und Übergewicht durch eine moderate Gewichtsabnahme sowohl am Körperstamm als auch an den Beinen Fettmasse verloren gehen kann.
Trotzdem kann eine Disproportion bestehen bleiben und nicht jede Beschwerde verschwindet mit einer Gewichtsabnahme. Ernährung und Gewichtsmanagement sind deshalb ein möglicher Bestandteil der Behandlung – aber sie erklären nicht allein, warum ein Lipödem Beschwerden verursacht.
Was bringen Kompression, Lymphdrainage, Bewegung und Ernährung wirklich?
Nichtoperative Maßnahmen können Beschwerden lindern und sind für viele Patientinnen ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Kompression kann Schmerzen, Schweregefühl und Schwellungsneigung reduzieren. Bewegung unterstützt Mobilität, Fitness und die Muskelpumpe. Manuelle Lymphdrainage oder eine komplexe physikalische Entstauungstherapie können bei ausgewählten Patientinnen zusätzlich entlasten.
Ernährung und Gewichtsmanagement spielen besonders dann eine Rolle, wenn gleichzeitig Übergewicht besteht. Eine bestimmte Ernährungsform, die das Lipödem gezielt beseitigt, ist bislang nicht nachgewiesen.
Welche Maßnahmen tatsächlich hilfreich sind, kann von Patientin zu Patientin unterschiedlich sein.
Wann kann eine Liposuktion helfen?
Eine Liposuktion kann sinnvoll sein, wenn Schmerzen, Schweregefühl oder körperliche Einschränkungen das tägliche Leben relevant beeinträchtigen und nichtoperative Möglichkeiten keine ausreichende Entlastung schaffen.
Dabei ist das Stadium allein kein Maß dafür, wie stark eine Patientin betroffen ist. Für die Behandlungsplanung sind unter anderem die Beschwerden, der körperliche Befund, die Hautqualität, mögliche Begleiterkrankungen und die persönlichen Ziele entscheidend.
Im Beratungsgespräch wird daraus ein individueller Behandlungsplan entwickelt.
Muss ich mich möglichst früh operieren lassen?
Nein. Allein die Diagnose eines Lipödems bedeutet nicht, dass möglichst schnell operiert werden muss.
Der richtige Zeitpunkt hängt davon ab, welche Beschwerden tatsächlich bestehen, wie stark sie den Alltag beeinflussen und welcher Nutzen von einer Operation zu erwarten ist.
Wenn die Beschwerden gering sind, kann es sinnvoll sein, die Entwicklung zunächst zu beobachten. Verändern sich Symptome oder Belastbarkeit, kann die Situation jederzeit neu beurteilt werden.
Was kann ich von einer Liposuktion erwarten?
Eine Liposuktion kann Schmerzen und Druckempfindlichkeit deutlich reduzieren, die körperliche Belastbarkeit verbessern und gleichzeitig die Proportionen von Beinen oder Armen verändern.
Die randomisierte LIPLEG-Studie zeigt klare Vorteile der Liposuktion gegenüber einer fortgeführten konservativen Behandlung, insbesondere bei Schmerzen und körperlicher Funktion.
Wie stark sich Beschwerden und Körperform verändern, ist individuell. Deshalb wird vor der Operation gemeinsam besprochen, welche Verbesserungen realistisch zu erwarten sind.
Kann das Lipödem nach einer Liposuktion wiederkommen?
Durch die Liposuktion wird ein Teil des betroffenen Fettgewebes dauerhaft entfernt. Das Lipödem gilt dadurch jedoch nicht als geheilt.
Langzeituntersuchungen zeigen, dass Verbesserungen der Beschwerden über viele Jahre bestehen können. Gleichzeitig bleiben Fettgewebe und Körper auch nach einer Operation veränderlich. Gewichtsveränderungen, verbleibendes Gewebe und unbehandelte Körperregionen können sich im weiteren Verlauf verändern.
Deshalb ist das Ziel eine langfristige Verbesserung der Beschwerden und der Körperproportionen – nicht das Versprechen, dass sich der Körper danach nie wieder verändert.
Wie werden meine Beine oder Arme nach der Operation aussehen?
Bei der Liposuktion geht es nicht nur um die Reduktion von Volumen. Die Behandlung wird so geplant, dass Proportionen und Übergänge möglichst harmonisch verändert werden.
Wie sich die Körperform entwickelt, hängt neben der entfernten Fettmenge wesentlich vom Ausgangsbefund und von der Hautqualität ab. Nach der Operation verändern Schwellungen die Kontur zunächst zusätzlich, sodass sich das Ergebnis erst mit der Zeit beurteilen lässt.
Bei eingeschränkter Hautelastizität können ergänzende Verfahren sinnvoll sein. Bei ausgeprägtem Hautüberschuss kann später auch eine Straffungsoperation Teil des Behandlungswegs werden.
Wie viele Operationen werde ich wahrscheinlich brauchen?
Eine pauschale Zahl lässt sich nicht sinnvoll nennen.
Wie viele Eingriffe erforderlich sind, hängt unter anderem davon ab, welche Körperregionen betroffen sind, wie viel Gewebe sicher behandelt werden kann, welche Hautqualität besteht und welches Behandlungsziel gemeinsam festgelegt wurde.
Bei größeren Befunden wird die Behandlung häufig auf mehrere Eingriffe verteilt. Der grundsätzliche Behandlungsweg kann bereits vor der ersten Operation geplant und nach jeder Heilungsphase weiter präzisiert werden.
Welche Risiken hat die Liposuktion – und sind Taubheitsgefühle danach normal?
Auch eine Liposuktion bei Lipödem ist ein operativer Eingriff und mit Risiken verbunden.
Dazu gehören unter anderem Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Flüssigkeitsansammlungen, Konturunregelmäßigkeiten oder Asymmetrien sowie selten Thrombosen, Embolien oder Verletzungen von Haut, Lymphgefäßen und anderen Gewebestrukturen.
Taubheitsgefühle und veränderte Hautsensibilität sind nach einer Liposuktion häufig. Die Sensibilität erholt sich meist im Verlauf der Heilung, Veränderungen können jedoch über längere Zeit bestehen bleiben und in einzelnen Bereichen auch dauerhaft sein.
Die individuellen Risiken werden vor der Operation ausführlich besprochen.
Wie lange brauche ich Kompression und wann sehe ich das endgültige Ergebnis?
Die Kompression ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung nach der Liposuktion. Wie lange und wie intensiv sie getragen werden sollte, richtet sich nach der behandelten Körperregion, der Schwellung und dem individuellen Heilungsverlauf.
In den ersten Wochen verändert sich der Befund häufig deutlich. Schwellungen gehen jedoch nicht gleichmäßig zurück und Haut sowie Gewebe benötigen Zeit, um sich an die neue Körperform anzupassen.
Eine erste Veränderung ist deshalb früh sichtbar, das endgültige Ergebnis lässt sich jedoch meist erst nach mehreren Monaten beurteilen. Den individuellen Kompressions- und Nachbehandlungsplan legen wir nach dem jeweiligen Befund fest.